Waldwanderung rund um‘s Kloster Eberbach

Mit Bus und Bahn geht’s zum Kloster Eberbach im Rheingau. Doch wir wollen nicht ins Kloster – wir wollen in den Wald. Ein softer Rundweg von circa 10 Kilometern soll es sein, den Weg wird uns eine App weisen. So soft, wie wir vermuten, wird unsere Wanderung dann aber doch nicht. 😉

Die Sonne strahlt mit uns um die Wette und wir quatschen über Gott und die Welt während wir durch den herbstlichen Taunus wandern. Je tiefer wir in den Wald kommen umso mehr spüre ich den Frieden in mir. Die Natur hat etwas Chaotisches. Auf den ersten Blick herrscht Anarchie. Doch hinter dem Chaos hat alles seine natürliche Ordnung. Das zeigen auch die Jahreszeiten: Auf den Sommer folgt unweigerlich der Herbst, der Winter, und so weiter. „Das Gras wächst nicht schneller, nur weil du daran ziehst“, ist ein Zitat, das mir in den Sinn kommt. Auf den natürlichen Lauf der Dinge geduldig zu vertrauen und die eigenen Stimmungen – ähnlich wie die Jahreszeiten – zu nehmen wie sie sind, das wünsche ich mir für meinen Alltag.

Wir kommen an einem kleinen Häuschen vorbei. Überhäuft mit Blättern sieht man es vom Weg aus fast gar nicht. Das regt unsere Fantasie an. Wir denken an den Film „Blair Wich Projekt“ und das Märchen „Hänsel und Gretel“ und ich bin plötzlich sehr froh, dass es hellichter Tag ist. 😉 Dichter Wald und kleine Lichtungen wechseln sich ab und wir laufen gemütlich vor uns hin. Als wir gerade in ein Gespräch vertieft sind, sehen wir plötzlich wie eine Hirschkuh aus dem Gebüsch springt, über eine Lichtung sprintet und wieder im Wald verschwindet. Wir freuen uns ohne Ende – dass wir so ein großes Tier sehen, damit haben wir nicht gerechnet. Die Natur ist immer für eine Überraschung gut, denke ich mir.

bty

Den Wanderweg finden wir über die App „Outdooractive“, die auch offline funktioniert. Unser Mikroabenteuer findet demnach unter sehr soften Bedingungen statt. Was soll also schon schief gehen? Akku leer und Handy-Pin nicht wissen… Genau. 😉 Denn als wir gerade entscheiden, an einer Weggabelung eine „Abkürzung“ zu nehmen, verabschiedet sich das Handy und wir sind plötzlich auf uns gestellt. Wollten wir nicht ein Abenteuer? Richtig. Nur doof, dass wir jetzt nicht mehr wissen, ob wir auf dem Weg sind, der zurück zum Kloster führt, weil wir die „Abkürzung“ genommen haben. Wir laufen und laufen und der Weg wird immer schlammiger. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es in einer Stunde dunkel wird. Chris befürchtet schon, dass wir die Nacht im Wald verbringen müssen. Ich denke mir, so groß kann der Wald ja nicht sein, dass man da nicht bald wieder draußen ist, kriege dann aber doch auch etwas Bedenken. 😉 Gut eine halbe Stunde später kommen uns plötzlich Menschen entgegen. Die Zivilisation scheint also nicht mehr weit zu sein. Wir entspannen uns wieder und freuen uns als wir in der Ferne die Klostermauern entdecken.

btyDer Tag hat einige Überraschungen für uns bereit gehalten und während es auf dem Heimweg dämmert merken wir, wie kaputt wir sind. Doch es ist eine angenehme Müdigkeit, eine über die man sich freut. Später verbringen wir die Nacht in meiner warmen Wohnung – anstatt im Wald; da wird mir  mal wieder bewusst, wie verdammt gut es uns geht – zu jeder Jahreszeit (und Stimmung).

Eckdaten:

  • Ort: Wanderung durch den Wald beim Kloster Eberbach im Rheingau
  • Länge: circa 10 km

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