Laubenheim: Blick durch den Nebel

Ich hatte nicht vor nach Laubenheim zu fahren. Doch der Bus, in den ich steige, fährt da nun mal hin. 😉 Als wir uns aus der Stadt raus bewegen, überkommt mich ein komisches Gefühl – eine Art Unwohlsein. Es ist unter Null Grad, alles wird vom Nebel verschluckt. Was mache ich hier eigentlich?
In Laubenheim angekommen, laufe ich durch die Straßen. Ich bin hier ein Besucher und fühle mich auch so. Während die Menschen gerade ihrem Alltag nachgehen – es ist Donnerstagvormittag – schlendere ich durch den Vorort und schaue mir alles genau an: Alte Häuser, neue Häuser, Weinlokale, Postboten, Handwerker, Bäckereien, Autos, Busse, Mütter mit Kindern. Klingt erstmal viel, aber eigentlich ist nicht viel los. Ein verschlafenes Örtchen im Nebel.

bty

Es zieht mich an den Ortsrand, wo ich an einem fast nicht vorhanden Bachlauf entlangspaziere. Das Gras ist mit einer eisigen Schicht überzogen. Ich friere. Und frage mich, was ich hier eigentlich gerade mache. Ja richtig, ein Mikroabenteuer erleben 😉 Die Kälte steigt mir in alle Körperteile und ich muss aufs Klo. Doch ich finde keins. Plötzlich bin ich an der S-Bahn-Station von Laubenheim. Die S-Bahn hat eine Toilette, kommt es mir in den Sinn. Damit mir etwas warm wird laufe ich die Treppen bis zum S-Bahnhof rund 20 Mal hoch und runter. Als die S-Bahn kommt bin ich sehr sehr froh. 🙂

Wenn wir all unsere Wege auf google maps verfolgen würden, wäre die meiste Zeit kein wirklich großer Ausschnitt nötig. Wir würden sehen, wie viel Zeit wir auf den selben ausgetrampelten Pfaden verbringen. Und ebenso wie wir uns gerne an die gleichen Wege halten, ist unsere Denkweise meist die gleiche. Starr folgen wir so manchem Schema F: Das war früher so, dann ist es heute auch so! Jener Mensch hat sich damals so verhalten, dann tut dieser hier es sicherlich auch! Doch diese Denkweise lässt keinen Raum für das was wirklich im Hier und Jetzt ist. Es lässt uns die Vergangenheit immer wieder ausgraben, anstatt sich die Gegenwart wirklich anzusehen. Ich möchte hinschauen und sehen, was ist. Immer wieder neu. Auch wenn es heißt, das Unwohlsein zu spüren und durch den Nebel ins Unbekannte zu fahren.

Eckdaten:

  • Ort: Laubenheim (in den nächst besten Bus einsteigen und bis zum Ende fahren)
  • Zeitaufwand: 1 bis 3 Stunden

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s