5 Frauen, 5 Clubs und ein Mikroabenteuer: alleine ausgehen

Raus aus der Komfortzone, Neues ausprobieren und sehen was passiert – das war die Einstellung mit der wir beschlossen, einen Abend alleine auszugehen. Wir starteten gemeinsam und losten aus, wer in welchen Club gehen sollte. Wie zu erwarten zog nicht Jede ihr Liebstes Los – doch am Ende war es für alle das, was es sein sollte: ein Abenteuer.

200131_Luft und Liebe (2)„Ins Kuz will ich eigentlich nicht, da muss ich so weit hin laufen und ich kann mir vorstellen, dass es an der Abendkasse keine Karten mehr gibt“, sagte ich, als wir noch alle gemeinsam im Aposto saßen und ich noch nicht wusste, wo ich den Abend verbringen werde. Für den Nicht-mehr-rein-Kommen-Fall war das GutLeut der Joker – diesen Laden habe ich bisher immer abgelehnt, ohne jemals drin gewesen zu sein. Schicki, Polohemd und auf-schnieke-Kleidung-achtende-Türsteher waren die drei Vorurteile, die in meinem Kopf dazu existieren. 😉 Aber was wäre ein Mikroabenteuer, wenn es mir nicht genau das auf dem Silbertablett servieren würde, was ich nicht will. Ich laufe also zum KUZ, komme wegen Überfüllung nicht rein und lande im GutLeut.

Während ich noch durch die Straßen laufe, ist Mona schon mittendrin – und zwar auf „Single Studi Party der Zahnmediziner“ im Caveau. „Ich war gefühlt die einzige mit einem leuchtend roten Armbändchen. Sämtliche Singles waren mit grünen Bändchen bestückt“, lacht Mona. Sie lernt verschiede Leute kennen, vor allem Männer, die etwas traurig über ihr rotes Bändchen sind. Ein Exemplar hofft noch, sie auf dem ersten Marktfrühstück im Jahr wieder zu sehen. 😉

Bei Kerstin geht es ganz entspannt los. Das Schon Schön ist ihr vertraut und sie raucht erstmal eine Zigarette im Couchraum. Als ein Lied von Amy Winehouse ertönt, geht sie spontan tanzen. „Ich hab mich sehr frei und unabhängig gefühlt und habe oft meinen Standort und somit meine Perspektive gewechselt.“ Ihr interessantestes Gespräch führt sie mit einem Syrer, der sie mit seiner Fluchtgeschichte beeindruckt.

Auch ich bin inzwischen angekommen. Ein ernsthafter junger Mann spricht mich an und fragt, ob ich keine Angst vor „aggressiven Männern“ hätte, wenn ich alleine da bin. 😉 Nein, ich fühle mich ziemlich gut und schlendere durch den Laden. Ein weiterer Mann spricht mich an und es wird ganz schnell klar, dass er an diesem Abend nur ein Ziel hat – und das ist nicht meins. Ich setze mich ans Fenster, wo ich schließlich mit einem Inder ins Gespräch komme, der hier in Mainz studiert und gerade Besuch von seiner Schwester aus Südindien hat. Da ich letztes Jahr selbst in Indien war, haben wir viel Gesprächsstoff und die beiden sind supernett.

Kati ist ein alter Hase auf dem Gebiet des alleine Ausgehens. Im Red Cat wählt sie bewusst eine Gruppe aus Männern und Frauen aus, mit denen sie die meiste Zeit des Abends verbringt und viel Spaß hat. Alleine Ausgehen für Fortgeschrittene! 😉

Bobbi ist über ihr Los gar nicht begeistert. Das Roxy ist so gar nicht „ihr“ Laden, aber sie freut sich über die Challenge und springt mutig mitten rein. Doch, es ist nichts los – schwere Bedingungen… Sie unterhält sich mit den wenigen Anwesenden und beobachtet die „5-6 Fabelwesen, die im Club rumsprangen“. Gegen Ende des Abends lernt sie noch einen Mann kennen, der soo begeistert von ihr ist, dass sie froh ist irgendwann zu unserem verabredeten Treffpunkt entkommen zu können. Während es bei ihr erst richtig mit dem Feiern los geht, verarbeite ich schon meine Erlebnisse im Schlaf. 😉

Wir sind uns einig, langweilig wird es einem nicht wenn man alleine ausgeht. Etwas Mut braucht man aber schon. Man findet auf jeden Fall Anschluss, wenn vielleicht auch nicht sofort Menschen, mit denen man länger reden möchte. Für mich persönlich war es eine Herausforderung und ich musste mich etwas von dem Gedanken befreien, dass es andere seltsam finden könnten, dass ich alleine in einem Club bin. Gerade deshalb finde ich es aber genial, weil es einen schult sich von der Meinung anderer zu befreien und sein Ding zu machen. Es war aufregend und bereichernd – empfehlenswert für jeden, der sich selbst besser kennenlernen möchte! Dennoch werde ich zukünftig wieder zusammen mit meinen Freunden ausgehen, denn der schönste Part des Abends, war für mich als wir Mädels alle zusammen waren. 🙂

Eckdaten:

  • Ort: Mainz
  • Länge: ein Abend

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