Walking the Wisper trail: von märchenhaften Herbstlandschaften und „schlechten“ Menschen

Der Wispertaunussteig ist in diesem Jahr bei „Deutschlands Schönster Wanderweg 2020“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet worden. Und das, obwohl die Eröffnung gerade mal ein Jahr zurück liegt. Wenn das ein Wanderweg kann, können wir unsere Ziele auch erreichen, oder? 🙂

Mit dem 44 km langen Wispertaunussteig und den 14 Rundwanderwegen warten insgesamt 209 km Wanderwege darauf, entdeckt zu werden. Wir liefen an zwei Tagen jeweils rund zehn Kilometer. Einmal rund um Espenschied und einmal bei Bad Schwalbach/Langenseifen. Die Wege führen sowohl durch Felder, auf denen man bis zum Horizont blicken kann, als auch tief durch den Wald, der durch die bunten Blätter zu dieser Jahreszeit wie im Märchen wirkt.

Wieder einmal wird mir klar, wie perfekt die Natur in ihrer anarchischen Unperfektheit doch ist. Alles ist so durcheinander und chaotisch und scheint doch genau so zu sein, wie es sein soll. Es ist kühl, aber durch das Auf und Ab der bergigen Landschaft wird es mir schnell warm. Es ist so gut wie menschenleer, doch die wenigen Menschen, die wir treffen grüßen und lächeln offen. An einem Trinkstopp hat man die Möglichkeit, Geld in eine Kasse zu werfen und sich Getränke zu nehmen – ohne Wirt, auf Vertrauensbasis.

Da muss ich an das Buch bzw. den Film „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf denken. Zwei jugendliche Ausreißer fahren mit einem „geborgten“ Lada quer durchs Land. Es geht um Mut, Freundschaft und um Vertrauen. Darin heißt es: „Seit ich klein war hatte mein Vater mir beigebracht, dass die Welt schlecht ist. Trau keinem, geh nicht mit Fremden… Das hatten meine Lehrer erzählt und das Fernsehen erzählte es auch. Wenn man Nachrichten guckte: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmt das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, dass nicht schlecht war. Da klingelte man nachts um vier irgendwen aus dem Bett, und er ist superfreundlich und bietet auch noch seine Hilfe an. Auf sowas sollte man in der Schule vielleicht mal hinweisen, damit man nicht völlig davon überrascht wird.“ Diesem einen Prozent begegne ich auch ziemlich oft. Und du? 🙂

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