Es geht darum, alles zu leben

Stets lächelnd, immer fröhlich und ausgeglichen – das streben viele an. Unzählige Selbsthilferatgeber versprechen die Lösung für dauerhaftes Glück und, schaut man in die sozialen Netzwerke, könnte man meinen, dass die meisten Menschen dieses vermeintliche Ideal bereits erreicht haben. Doch seien wir mal ehrlich, die Realität sieht anders aus.

Gerade jetzt haben viele mit den (notwendigen) Corona-Einschränkungen zu kämpfen. Soziale Isolation, Angst um den Job und insbesondere um die eigene Gesundheit und die der Familie treiben so gut wie alle um. Und, so unangenehm sich das auch anfühlen mag, es gehört zum Leben dazu. Es ausblenden zu wollen, ist wie ausschließlich Nachtisch essen zu wollen. Kann man versuchen, aber was da nach einiger Zeit rauskommt, brauche ich ja nicht zu sagen… 😉 Ich plädiere dafür, alle Gefühle zuzulassen und anzunehmen. Du bist traurig? Dann lass es zu. Du bist wütend? Dann lass es raus. Du bist voller positiver Energie? Dann freue dich über dieses Dessert. Eines ist bei allen Gefühlen sicher: Sie gehen vorbei. Alles ist eine Phase und wird vorüber gehen.

„Man muss nicht verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muss, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Wiederspruch stehen. Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an all seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.“ Rainer Maria Rilke

Wenn man das jeweilige Gefühl annimmt, akzeptiert, dass es gerade da ist, dann fühlt es sich gesehen und wird auch wieder gehen. Wichtig ist, dass man seine Gefühle überhaupt wahrnimmt – ihnen Raum gibt. Das kann man indem man immer wieder richtig in sich reinfühlt, z.B. mit einem schönen Tee auf der Couch oder bei einem Spaziergang in der Natur. Es geht darum, alles zu leben. Die eigenen Gefühle wahrzunehmen und vor allem anzunehmen, kann ein richtiges (Mikro-)Abenteuer sein.

In diesem Sinne: Schönes Fühlen und einen gemütlichen dritten Advent wünsche ich euch. 🙂

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